Apple und Samsung legen jahrelangen Patentstreit bei

Dieser Patentstreit hat die Anfänge der Smartphone-Ära mitgeprägt: Apple warf Samsung vor, das iPhone zu kopieren. Jetzt gab es schließlich eine Einigung.

Apple und Samsung haben ihren zähen Patentstreit in den USA nach mehr als sieben Jahren beigelegt. Die Konditionen der außergerichtlichen Einigung wurden nicht bekannt. Die zuständige kalifornische Richterin Lucy Koh ordnete am Mittwoch (Ortszeit) die Einstellung des Verfahrens ein. Es ging auf eine Klage von Apple vom April 2011 zurück. Der US-Konzern warf darin dem südkoreanischen Konkurrenten Samsung vor, Design und Technik des iPhone und iPad kopiert zu haben.

Die Klage löste einen regelrechten Patentkrieg mit zeitweise rund 50 Verfahren in mehreren Ländern aus. Die Streitigkeiten außerhalb der USA hatten die beiden Smartphone-Schwergewichte bereits 2014 beigelegt und seitdem auch keine neuen Klagen in Amerika mehr eingereicht.

In dem jetzt eingestellten Verfahren hatte Apple von kalifornischen Geschworenen 2012 gut eine Milliarde Dollar zugesprochen bekommen. Samsung legte Berufung ein, der Fall ging bis zum Obersten Gericht der USA. Es entschied, dass über einen Teil der Summe neu verhandelt werden müsse. Apple entschied jedoch auch diese Runde für sich – die Geschworenen sprachen dem Konzern im Mai 539 Millionen Dollar zu. Samsung verzichtete mit der außergerichtlichen Einigung darauf, diese Entscheidung anzufechten.

Die Unternehmen kommentierten die Einigung nicht. Apple verwies lediglich auf die Stellungnahme zur 539-Millionen-Entscheidung. Damals hatte der Konzern bekräftigt, dass Samsung das iPhone-Design kopiert habe und es bei dem Fall um mehr als nur Geld gegangen sei.

Apple-Gründer Steve Jobs wollte mit der Klage die Position von Apple im Smartphone-Geschäft verteidigen: Das iPhone hatte die Handy-Branche mit seinem großen Touchscreen und dem Verzicht auf eine Tastatur umgekrempelt. Doch relativ schnell kamen unter anderem von Samsung Geräte mit dem Google-Betriebssystem Android mit ähnlichen Funktionen und ähnlicher Optik auf den Markt. Jobs bezeichnete Android laut seinem Biografen Walter Isaacson als “gestohlenes System” und zog gegen den Marktführer Samsung vor Gericht.

Gerichte erkannten Nachahmung an
Die Entscheidung der Geschworenen im August 2012 war auf den ersten Blick ein Triumph für Apple. Sie stellten fest, dass Samsung mit mehreren Geräten geschützte Designmuster des iPhone verletzt habe. Auch das typische Aussehen der Bildschirm-Oberfläche mit den App-Symbolen sei kopiert worden. Außerdem ging es damals um die Bedienung von Smartphones: Samsung verletzte nach Ansicht der Geschworenen Patente für das Hineinzoomen in einzelne Inhalte durch doppeltes Antippen oder Auseinanderziehen mit zwei Fingern. Ebenso kopiert sahen sie eine Funktion, bei der angezeigte Inhalte wieder in die ursprüngliche Position zurückspringen, wenn sie über den Bildschirmrand gezogen werden.

Das Verfahren sorgte kurzzeitig dafür, dass einige solche Bedienfunktionen von Android-Telefonen verschwanden. Die Anbieter fanden jedoch schnell Wege, die Patente zu umschiffen. Apple und auch andere Unternehmen in Patentklagen mussten insgesamt die Erfahrung machen, dass mit den kurzen Produktzyklen in der Branche selbst positive Gerichtsentscheidungen oder Verkaufsverbote ein stumpfes Schwert sein können. Samsung blieb der weltgrößte Smartphone-Anbieter – und wird von Apple nur regelmäßig im Weihnachtsquartal überholt, wenn neue iPhone-Modelle auf den Markt kommen. Zugleich sichert sich Apple den Großteil der Gewinne im Smartphone-Geschäft.

Im Wettbewerb der Betriebssysteme zwischen Google und Apple kommt es unterdessen immer wieder vor, dass sie bei den jährlichen Aktualisierungen Funktionen nachziehen, die zunächst bei der Konkurrenz eingeführt wurden. Apple steckt aktuell noch in einem Patentkonflikt mit dem Chipspezi

Die besten kostenlosen Fitness-Apps

Mit dem Smartphone geht es besser, das gilt auch für das Fitness-Training: Mit diesen kostenlosen Android-Apps macht regelmäßiger Sport richtig Laune. Mehr Fitness und eine verbesserte Kondition sind damit nur eine Frage der Zeit.

Fit und schlank möchten die meisten gerne sein – wenn man sich dafür nur nicht immer so furchtbar anstrengen müsste. Die schlechte Nachricht gleich vorneweg: anstrengend wird es auch bei den kostenlosen Fitness-Apps, die wir Ihnen hier vorstellen. Die gute Nachricht: Wenn Apps etwas taugen, dann merken Sie davon gar nicht so viel.

Und zum Glück taugen hier alle Apps etwas: Schwierigkeitsgrade dürfen Sie in der Regeln ans eigene Fitness-Level anpassen und Trainingspläne stimmen die Android-Coaches oft mit erreichten Fortschritten ab. Welche Körperpartien Sie dabei bevorzugt stärken möchten, dürfen Sie selbst festlegen und teure Zusatzgeräte sind bei den meisten Fitness-Apps gar nicht notwendig.

So können Sie auch effektiv zuhause trainieren, schließlich geht nicht jeder gerne ins Fitness-Studio: Vollgeschwitzte Geräte, aufgepumpte Angeber, lange Anfahrten und nicht zuletzt der Monatsbeitrag können einem schnell die Lust am Schweiß-Palast verderben.

Gesundheit, Ernährung, Fitness – Kalorienzähler
Gesundheits-App mit Allround-Anspruch: Dieser Android-Fitness-Coach will für bessere Ernährung, mehr Bewegung und erholsameren Schlaf sorgen.
Zur App
Bei den meisten Fitness-Apps sind Sie auf die Mukki-Bude auch gar nicht angewiesen: Mit Sportschuhen und einer Gymnastikmatte im Hobby-Raum haben Sie Ihre Ausrüstung schon zusammen. Bei manchen Fitness-Apps benötigen Sie aber einfaches Zusatzgerät wie Gewichte oder eine Hantelbank. Und auch wer gerne ins Fitness-Studio geht, kann dort etwa mit Apps wie “Fitnesstrainer FitProSport” mehr aus seiner Zeit machen.

In der App-Liste finden Sie Trainingspläne von Profis, militärische Workouts für Hartgesottene und jede Menge Herausforderungen. Dabei kann es sich um selbst gesteckte Ziele handeln oder um Community-Events, bei denen Sie sich mit anderen Teilnehmern messen und vergleichen können. Die knackige App “30 Tage Fitness-Challenge”, fordert Nutzer zum Beispiel heraus, binnen eines Monats ein spezielles Training zu absolvieren, das nach und nach immer anspruchsvoller wird.

Auch wer nicht gleich einen Marathon laufen möchte oder sich mit Muskeln eindecken will, ist hier richtig: Viele Apps führen durch einfache Cardio-Workouts, die sich besonders für Anfänger und Einsteiger eignen. Auch Yoga-Freunde werden hier fündig: Mit umfangreichen Übungen kann etwa die App “Daily Yoga” überzeugen und wer an seiner Mimik arbeiten möchte, dem empfehlen wir die “Gesichts Fitness Yoga-Übungen”. Auf geht’s!

Bei Gesundheit, Ernährung, Fitness – Kalorienzähler geht es zur Abwechslung mal nicht nur um Trainingspläne, Workouts oder Dauerläufe. Die App will zwar auch mit Schrittzählern und GPS-gestütztem Aktivitäten-Tracker für mehr Bewegung sorgen – gesunde Ernährung, regelmäßige Wasseraufnahme und ein erholsamer Schlaf stehen für Anwender hier aber im Vordergrund. Nutzer können sich per App Ziele für ein Idealgewicht setzen, tägliche Kaloriengrenzen definieren oder Schrittzahl-Ziele sowie ein gesünderes Schlafmaß festlegen. Die App kann mehr als 100 verschiedene Aktivitäten verfolgen, im Freien klappt das auch mit GPS. Stark: Erinnerungen zur täglichen Medikamenten-Einnahme (Pille) oder zur Wasseraufnahme kann die App schalten, eine Pulsmessung ist via Gerätekamera möglich und der integrierte BMI-Rechner kommt mitsamt Vergleichstabelle daher.

Aktivitäten und Herausforderungen

Ganz ohne Bewegung ist ein gesunder Lebensstil bekanntlich nicht zu haben, auch bei dieser App finden Nutzer deswegen einen integrierten Workout-Trainer mit einfachen Eigengewicht-Übungen wie Liegestütze oder Sit-Ups und Kniebeugen. Herausforderungen mit drei Schwierigkeitsgraden sollen Nutzer dabei sportlich motivieren, die Aufzeichnung der Wiederholungen erfolgt komfortabel über die Gerätesensoren. Eine-Premium-Version der App schaltet weitere Details für die Übersicht diverse kleine Extras frei, hilft beim Bewerten von Lebensmitteln und deaktiviert die Werbung. Dabei stehen Abo- und Festpreise zur Auswahl.

Fazit zum Test der Android-App Gesundheit, Ernährung, Fitness – Kalorienzähler

Eine überzeugende Fitness- und Gesundheits-App mit schickem Design, durchdachten Protokoll-Funktionen und motivierenden Zielen zum Selbst-Setzen. Top!

Deutschsprachig, kostenlos

Gym Fitness & Workout: Persönlicher Trainer

Mit Workouts für Zuhause und fürs Fitness-Studio, flexiblen Diäten sowie Herausforderungen und Infos zu Ernährungszusätzen kann diese Fitness-App mit satten Inhalten punkten. Die Übersetzung ins Deutsche ist leider noch unvollständig.

Im Hobbykeller, auf dem Trim-Dich-Pfad oder eben im Fitness-Studio können Sie mit der App Gym Fitness & Workout effektiver Sport treiben. Der virtuelle Fitness-Coach kennt rund 300 verschiedene Übungen, die mit Bildern, Videos und Texten auch für Laien verständlich erläutert werden. Für bis zu sechs Tage in der Woche lassen sich Übungs-Routinen zusammenstellen, die mit drei Schwierigkeitsgraden Einsteiger und Fitness-Profis gleichermaßen vor neue Herausforderungen stellen sollen. Klasse: Für Frauen stehen hier angepasste Workout-Pläne zur Verfügung und wer will, kann seine sportlichen Aktivitäten mit der App gezielt für effektiven Gewichtsverlust auslegen. Dafür hat die App auch eine Reihe gestaffelter Ernährungspläne an Bord: Für Tagesziele von 1800 Kalorien bis 4000 Kalorien stehen Wochenpläne zur Verfügung – die liegen bisher aber leider nur in englischer Sprache vor. Die Lebensmittel-Datenbank, Infos zu Nahrungs-Ergänzungsmitteln sowie hilfreiche Ernährungstipps wurden bereits ins Deutsche übersetzt.

Werbung als Alternative zum Upgrade

Die Premium-Version der App steht für 3,29 € im Play Store (Testzeitpunkt), damit werden weitere Übungen, „Promi-Workouts“ und zusätzliche Diäten freigeschalten. Auch die Werbung verschwindet mit dem Upgrade aus der App. Nutzer können gesperrte Inhalte aber auch über das Ansehen von Werbevideos kostenlos aktivieren, das klappt dann aber nur vorübergehend und nur mit einzelnen Einträgen.

Fazit zum Test der Android-App Gym Fitness & Workout: Persönlicher Trainer

Diese umfangreiche App kann mit satten Infos, Ernährungstipps sowie einer soliden Datenbank und Herausforderungen schnell überzeugen. Premium-Inhalte lassen sich hier vorübergehend auch kostenlos freischalten.

Deutschsprachig, kostenlos

Fitness Challenge – Trainingsplan für Zuhause

Diese App macht den Hobbyraum zum persönlichen Fitness-Studio: Mit Eigengewicht-Übungen, sportlichen Herausforderungen und Gesundheits-Infos können Sie Ihre Workouts damit zuhause erledigen.

Der Home Workouts Personal Trainer legt den Fokus auf Übungen und Workouts, die Sie zuhause ohne aufwendige Zusatzgeräte absolvieren können. Mit einer Matte, ein paar Stühlen oder einem Sofa sind Sie bereits prima ausgestattet. Die App bietet Fitness-Übungen für Frauen und Männer gleichermaßen und kommt mit drei Schwierigkeitsgraden daher: Für Anfänger, Fortgeschrittene und Fitness-Profis sind Übungen an Bord. Die sportlichen Einheiten dürfen Sie dabei an diversen Fitness-Zielen ausrichten – je nachdem, was Sie zum Griff der App bewegt hat. Vom Verbessern der Fitness über gezielten Muskelaufbau, Oberkörper-Training oder Bein-Workouts und speziellen Sets zur Formung athletischer Körper für Männer oder Frauen, dürfen Sie Ihre Ziele hier selbst festlegen. Der Vorteil: Wer eigene Ziele verfolgt, findet die nötige Motivation fürs Training oft leichter, als bei fremdbestimmtem Sport.

Gute Auswahl, Videoanleitungen

Mit einer satten Auswahl abwechslungsreicher Übungen finden auch Fitness-Veteranen bei dieser App neue und knackige Übungen. Fotos und Videos demonstrieren Workouts eindeutig, Ruhepausen kann der virtuelle Trainer ansagen und wieder beenden. Schön: Auf Werbung verzichtet die App komplett und Fitness-Routinen dürfen Sie sich hier auch selbst zusammenstellen.

Fazit zum Test der Android-App Home Workouts Personal Trainer

Eine englischsprachige Fitness-App mit einer Vielzahl von Workouts, die Sie zuhause auch ohne Zusatzgeräte absolvieren können. Besonders die flexiblen Trainingspläne überzeugen.

Englischsprachig, kostenlos

100 Millionen smarte Lautsprecher bis Jahresende

Lautsprecher mit digitalen Assistenten breiten sich allmählich in den Haushalten aus.

Rund 100 Millionen Geräten dürften laut Marktforschern Ende 2018 im Einsatz sein – und in vier Jahren drei Mal mehr. Dabei rechnen sie mit der Dominanz von zwei Plattformen.

Bei den Sprachassistenten in vernetzten Lautsprechern werden nach Einschätzung der Marktforscher in den kommenden Jahren die Plattformen von Amazon und Google dominieren. Dabei werde der Google Assistant zur bisher führenden Konkurrenz-Software Alexa von Amazon aufschließen, prognostizierte die Analysefirma Canalys am Montag.

Für Apples Assistentin Siri rechnen die Experten auch zum Jahresende 2022 nur mit einem Marktanteil von zehn Prozent, während die beiden Spitzenreiter dann rund ein Drittel des Marktes kontrollieren würden. Apples HomePod ist bisher der einzige Lautsprecher mit Siri an Bord, während Amazon und Google mit Nachdruck versuchen, auf Geräten aller möglichen Hersteller präsent zu sein. Zugleich gibt es weitere Assistenten unter anderem in China und Russland. Sie könnten sich laut Canalys in den kommenden Jahren rund ein Fünftel des Marktes sichern.

Ende 2018 dürften rund 100 Millionen smarte Lautsprecher im Einsatz sein – mehr als doppelt so viele wie ein Jahr zuvor, schätzte Canalys. Die Marke von 200 Millionen Geräten werde 2020 durchschritten, und bis Ende 2022 könnten bereits mehr als 300 Millionen Lautsprecher mit digitalen Assistenten genutzt werden.

Amazon hatte mit seinen Echo-Lautsprechern seit 2014 die Gerätekategorie erst am Markt etabliert. Google und in diesem Jahr auch Apple gingen daraufhin auf Aufholjagd.

Der Apple App Store wird 10

Als Apple das erste iPhone 2007 vorstellte, hatte Steve Jobs noch persönlich entschieden, welche Anwendungen das Gerät haben sollte. Ein Jahr später konnten die Anwender selbst in einem App-Store stöbern. Das war der Startschuss für eine ganz neue Branche.

Dass das iPhone dem Mobilfunk-Geschäft eine neue Richtung vorgab, ist unumstritten. Vergessen wird oft, dass die Revolution erst mit dem Start des App Store richtig losging – der Plattform, über die jeder Entwickler seine Programme auf das Telefon bringen konnte. Ein Jahrzehnt später sind App-Stores zum bevorzugten Vertriebsweg für Software und zu einem Milliardengeschäft geworden.

In seinem ersten Jahr hatte das iPhone nur eine Handvoll von nicht änderbaren Apple-Apps an Bord – und alle anderen Anbieter konnten nur Web-Apps, die eigentlich im Browser liefen, auf das Smartphone bringen. Das änderte sich am 10. Juli 2008, als der App Store an den Start ging. Heute erinnert man sich kaum daran, wie das Geschäft in der Ära vor dem iPhone lief: Meist entschied der Mobilfunk-Anbieter, wessen Anwendungen auf das Gerät kommen. Und auch wenn Programme installiert werden konnten, war es ein umständliches Verfahren. Apples Plattform durchbrach diesen Engpass: Im Prinzip konnte jeder seine Software auf das iPhone bringen, sofern seine App durch die Sicherheitsprüfung kam, keine Pornografie enthielt und nicht versuchte, Nutzerdaten zu klauen.

30 Prozent bekommt Apple
Das Geschäftsmodell: Bei kostenpflichtigen Apps behielt Apple 30 Prozent ein – um den App-Store-Betrieb zu finanzieren, wie Konzernchef Steve Jobs bei der Vorstellung erklärte. An Software-Entwickler wurden inzwischen über 100 Milliarden Dollar ausgeschüttet. Das heißt, dass auch in die Apple-Kassen über 40 Milliarden Dollar geflossen sind.

Der erste Schwung der iPhone-Apps war von Spielereien geprägt: Es gab Anwendungen, die Furzgeräusche machten, Luftpolster-Folie imitierten oder den Bildschirm in ein Bierglas verwandelten, in dem der Schaum hin und her schwappte. Inzwischen gibt es eine App für nahezu alles – und die Masse von mehr als zwei Millionen Anwendungen allein in der Apple-Plattform bringt neue Probleme. Viele Programme verstauben irgendwo tief im App-Store-Keller.

Als solche “Zombie”-Apps, die für Verbraucher praktisch unsichtbar sind, wenn man nicht gezielt danach sucht, betrachtet das Analyseunternehmen Adjust aktuell 96 Prozent aller Anwendungen. Apple steuert mit einer Umgestaltung des App Store gegen: Tag für Tag werden mehr verschiedene Programme in einzelnen Rubriken vorgestellt. Die populäre Spiele-Kategorie wurde abgetrennt, um allen anderen Apps mehr Platz zu bieten.

Apples 30-Prozent-Gebühr sorgte immer wieder für Kontroversen – insbesondere weil sie auch für In-App-Käufe gilt. Das heißt also, wenn ein Streaming-Musikdienst die kostenpflichtige Version in seiner iPhone-App verkauft, muss er den Erlös mit Apple teilen.

Apple wollte kein Image als unfairer Wettbewerber
Marktführer Spotify sah darin unfairen Wettbewerb – schließlich kostet Apple Music auch 9,99 Euro im Monat – und beschwerte sich bei der EU-Kommission. Zunächst verkaufte Spotify die Abos auf dem iPhone einfach teurer – für 12,99 Euro, inzwischen kann man sie in der App gar nicht mehr abschließen. Googles YouTube entschied sich für sein neues Premium-Abo für das 12,99-Euro-Modell. Die “Financial Times” verzichtete wegen der Gebühr zeitweise sogar ganz auf eine iPhone-App, kehrte jedoch inzwischen in den App Store zurück. Seit 2016 behält Apple nach einem vollen Jahr Abo-Service immerhin nur noch 15 Prozent ein.

Auf dem Mac führte Apple ebenfalls einen App Store ein, das Geschäft gestaltet sich jedoch schwieriger. Zum einen ist es auf den Computern – im Gegensatz zum iPhone – nicht der einzige Weg, Software auf das Gerät zu bekommen. Zum anderen sind die Entwickler häufiger unglücklich nicht nur mit der 30-Prozent-Abgabe, sondern auch mit Funktionseinschränkungen, die Apple im Mac App Store auferlegt. Der Konzern will mit einem ähnlichen Redesign wie auf dem iPhone gegensteuern.

Alternative Play Store von Google
Steve Jobs soll anfangs gegen die Öffnung des iPhones für Apps gewesen sein, unter anderem wegen Sicherheitsbedenken. Dass deswegen alle Anwendungen eine Kontrolle durchlaufen müssen, wurde zwar auch als Zensur kritisiert – half Apple aber, bis auf einige wenige Fälle verkappte Schadsoftware von der Plattform fernzuhalten. Beim Konkurrenzsystem Android gibt es zwar den von Google selbst betriebenen Play Store (der zum Marktstart im Oktober 2008 noch Android Market hieß) mit ähnlich strikter Sicherheit. Auf den Android-Smartphones können jedoch Anwendungen auch aus anderen Download-Plattformen installiert werden, was als Risikofaktor gilt.

Was sich in den zehn Jahren nicht verändert hat, ist, dass Apple-Kunden viel kauffreudiger als Nutzer von Android-Geräten sind, die im Smartphone-Markt dominieren. Nach Berechnungen der Analysefirma App Annie lag Google mit dem Play Store bei der Zahl der Downloads im vergangenen Jahr zwar mit 70 zu 30 Prozent vorn – aber zwei Drittel der Erlöse landeten bei Apple. Und App Annie sieht kein Ende des Wachstums: Allein im Jahr 2022 würden Verbraucher über 75 Milliarden Dollar in Apples App Store lassen, lautet die Prognose.

In einer Zeit, in der großen Tech-Konzernen vorgeworfen wird, zuwenig Steuern zu bezahlen, rückt Apple gern den Job-Effekt der App-Ökonomie in den Vordergrund. Nach Einschätzung des Konzerns unterstützt der App Store 262.000 Arbeitsplätze in Deutschland und 1,57 Millionen in ganz Europa. Apple zählt dabei Jobs, die direkt ins App-Geschäft eingebunden sind.

Drei neue iPhones und die Apple Watch Series 4

Neben der Apple Watch Series 4, die u.a. ein EKG aufzeichenn kann, stellte Apple gleich drei neue iPhone-Modelle vor: iPhone Xs, Xs Max und das günstigere LCD-Modell Xr.

Die Gerüchte der letzten Wochen und Monate, die sich immer mehr zu Nachrichten verdichtet hatten, trafen komplett ins Schwarze. Apple stellt im September 2018 eine neue Apple Watch und drei neue iPhones vor. Dabei stellt der Hersteller das iPhone X ein – aber nur, um es als verbessertes iPhone XS und in der großen Variante als iPhone XS Max für ein Jahr als das “beste iPhone, das wir je gemacht haben” an den Kunden zu bringen. Ebenso präsentiert, aber noch einen Monat in der Warteschleife: Das LCD-iPhone mit iPhone-X-Technik namens iPhone XR. Dieses kommt zwar wie weiland das iPhone 5C in mehreren Farben und kostet auch weniger als die neuen High-End-Modelle, ist aber bei weitem kein Schnäppchen. Immerhin verkauft Apple das Vorjahresmodell iPhone 8 und das iPhone 7 von 2016 für reduzierte Preise weiter, die dazugehörigen Plus-Modelle fallen aber ebenso aus dem Portfolio wie das iPhone SE, das womöglich gar keinen Nachfolger mehr bekommt.

Das Rad oder wenigstens das iPhone neu erfunden hat Apple trotz Phil Schillers Marketinggetöse nun gewiss nicht, doch versprechen die beiden OLED-Modelle deutliche technische Verbesserung bei den Chips, in der Sensorik und bei der Software. Es ist gewissermaßen mehr vom Selben. Das weiß auch Apple und rechtfertigt die Strategie der permanenten Neuerung mit Argumenten rund um den Umweltschutz. Und wenn man mal außer Acht lässt, dass die iPhones des Jahrgangs 2019 dann wieder die “besten aller Zeiten” sein werden, ist der Argumentation durchaus auch zu folgen: Denn die Generation von 2018 hat das Zeug wie die meisten ihrer Vorgänger über viele Jahre ihren Besitzern zu dienen. In Sachen Langlebigkeit muss sich Apple nichts vorwerfen lassen, beim Recycling ist aber gewiss noch Luft nach oben, wenn auch Konkurrenten da noch aufzuholen haben.

Die Apple Watch Series 4 hingegen bringt etliche Neuerungen, die man in dieser Weise nicht schon in diesem Jahr erwartet hätte. Die intelligente Armbanduhr wird zwar deutlich teurer, bietet aber vor allem in Sachen Gesundheit weit mehr. Auch hier ist noch Raum für Verbesserungen, die wir in den nächsten Jahren peu à peu erwarten dürfen. Aber der Reihe nach:

Die Keynote in halbwegs chronologischer Reihenfolge:
“Heavy California” von Jungle leitet die diesjährige iPhone-Keynote ein und führt den Zuseher in das Steve Jobs Theater, in dem er zunächst einen Imagefilm zu sehen kommt, mit der Motto-Musik von “Mission Impossible”. Eine Apple-Mitarbeiterin versucht darin, verzweifelt den Veranstaltungsort in einer Zeit von unter drei Minuten zu erreichen. Der VP Technology Kevin Lynch, der eine neuen Apple Watch am Arm hat, mit der man sich auch beamen kann, ist aber schneller und bringt Tim Cook noch rechtzeitig in einem Koffer einen Klicker für seine Präsentation – feine Selbstironie. Aber dann geht es in medias res, die jüngsten Innovationen will man zeigen. “Unsere Produkte waren schon immer sehr persönlich und das haben wir über die Jahre weiter entwickelt, über Mac, iPhone, iPad und Apple Watch”, sogar zu einem unvergleichlichen Einkaufserlebnis in den Apple Stores, die mittlerweile über 500 Millionen Besucher im Jahr anziehen – also im Schnitt etwa eine Million pro Store. Einen anderen Meilenstein nennt Cook gleich noch zu Beginn: Apple habe nun mehr als zwei Milliarden iOS-Geräte verkauft.

Es geht heute aber konkret um zwei der persönlichsten Geräte, die Apple im Portfolio hat, das wussten wir ja schon zuvor und erhalten früh die Bestätigung, dass Mac und iPad heute außen vor stehen. Zunächst dreht sich alles um die Apple Watch, die die meistverkaufte Uhr der Welt sei. “Punkt!”. Leider nennt Tim Cook immer noch keine konkreten Zahlen, aber COO Jeff Williams darf das neue Modell vorführen.

Neues Modell setzt noch mehr auf Gesundheit – größeres Display mit mehr Platz, EKG und Herzrhythmus
“Die Apple Watch ist zu einem intelligenten Wächter für ihre Gesundheit geworden,” lobt der Chief Operating Officer und lässt einen Werbefilm abspielen. Ja, sie sieht in etwa so aus wie auf den geleakten Bildern. Bei der eSIM-Variante ist auf der digitalen Krone der rote Punkt zu einem Kreis geworden. Das ist aber nicht der wesentliche, ähh, Punkt: Die Apple Watch Series 4 habe man komplett neu überdacht: “Sie ist einfach wunderschön”. Der Bildschirm ist um 30 Prozent größer geworden, man könne so mehr in Maps, Photos, Kalender und allen anderen Apps sehen, neue Komplikationen zeigen mehr Details. Ein neues Zifferblatt bringt bis zu acht Komplikationen, auf einem Watch-Face kann man auch Kontakte hinterlegen, Zeitzonen oder – was im genannten Bild zu sehen war – die Watch zu einer “ultimativen Fitness-Uhr” machen. Diverse Hersteller liefern neue Komplikationen mit nützlichen Informationen. Die App “Atmen” ist nun auch in vier Varianten als Zifferblatt zu haben. Effekt-Faces wie Feuer, Wasser und Dampf kommen auch hinzu, wenig nützlich, aber hübsch anzuschauen.

Die Rückseite ist aus schwarzer Keramik und Glas gefertigt, der Empfang soll sich damit verbessern. Zu diesem Zweck hat Apple auch Lautsprecher und Mikrofon verlegt. Der Prozessor S4 soll die doppelte Performance liefern, Beschleunigungsmesser und Gyroskop sollen Bewegungsdaten achtmal schneller erfassen. Das soll dabei helfen, Stürze zu erkennen, vom Rad, beim Laufen oder einfach nur von der Leiter. Die Apple Watch ruft dann bei Bedarf automatisch den Rettungsdienst. “Ein Feature, das man hoffentlich nie benötigt. Aber es ist beruhigend, wenn man weiß, dass es da ist.” Die digitale Krone bietet nun auch haptisches Feedback.

Drei neue Features für das Herz
Nun meldet die Uhr auch, wenn der Puls zu niedrig ist, bisher war das nur bei Tachykardie der Fall. Die Algorithmen der Apple Watch können schon länger Vorhofflimmern erkennen, diese Funktion kommt nun auch in die Series 4, wenn der Rhythmus nicht mehr stimmt, meldet sich die Uhr. Das Top-Feature ist aber das EKG, das die Apple Watch nun erstellen kann, wenn man einen Finger der freien Hand auf die digitale Krone legt. Auch hier hält Apple schon länger die Patente, nun ist das also serienreif. Die Daten bereitet die Uhr auch gleich für den Arzt auf.

Was das taugt, erklärt der Präsident der American Heart Association, Ivor Benjamin. Bei Untersuchungen sei es ja oft das Problem, dass die Symptome, die einen zum Arzt führten, nicht mehr auftreten. Mit der Echtzeitmessung von Herzrhythmus und EKGs und der Aufbereitung der Daten könne man Krankheiten wesentlich besser diagnostizieren. Die Apple Watch ist von der US-Gesundheitsbehörde FDA bereits als Medizingerät freigegeben, in allen Features. Leider werden die neuen Funktionen erst “später in diesem Jahr” den Kunden in der USA zur Verfügung stehen, Apple arbeite hart daran, diese weltweit anzubieten. Auch hier müssen Gesundheitsbehörden erst grünes Licht geben. Die Daten sind auf dem Gerät verschlüsselt, der Anwender kann genau bestimmen, wer sie zu sehen bekommt und wer nicht.

Bei allen Neuerungen soll die Akkulaufzeit nicht leiden, 18 Stunden für den Hausgebrauch und sechs Stunden für Outdooraktivitäten.

Die Farben: Silber, Gold und Space Gray und ein neues Finish: Stainless Gold. Das Sondermodell Nike Sports bringt optional ein reflektierendes Armband. Die Uhr ohne Mobilfunk-Modul kostet ab 429 Euro, die mit eSIM 529 Euro. Die Apple Watch Series 3 kostet nun ab 279 Euro. Vorbestellen kann man die Uhr ab dem Freitag, 14. September, die neuen Preise für die Series 3 sind sofort aktiv, wenn der Apple Store wieder online ist. Zur Auslieferung gelangt das neue Modell eine Woche danach, dann liegt auch watchOS 5 in finaler Version vor. Weitere Details zur Apple Watch Series 4 finden Sie hier.

iPhone Xs ud Xs Max mit teils stark verbesserten Komponenten – A12 Bionic in 7nm, acht Kerne für die Neural Engine
Zunächst lobt Tim Cook noch das Modell des Vorjahres, das iPhone X mit seiner FaceID und seinem Kamerasystem. Das iPhone X sei das populärste Smartphone der Welt und die Kunden mit einer Zufriedenheitsrate vom 98 Prozent die glücklichsten. Und heute gibt es den Nachfolger, natürlich wie in jedem Jahr das “Fortschrittlichste iPhone, das wir je kreiert haben” – das wird Tim Cook auch nächstes Jahr so sagen. Es heißt wie erwartet iPhone XS, also “ten s”. Phil Schiller stellt die Details vor: Ein großartiges neues Finish mit gold an Vorder- ud Glasrückseite, das Glas sei noch robuster geworden. Drei Farben: Gold, Silber, Schwarz. Schutz nach Standard IP 68: Das neue iPhone Xs hält nun auch über eine halbe Stunde in zwei Meter Wassertiefe aus. Am Super-Retina-Display ändert sich nichts in Sachen Auflösung und Pixelzahl. Am Dynamikumfang hat Apple aber geschraubt, der HDR-Umfang soll nun um 60 Prozent größer als beim iPhone X werden. Die Refresh-Rate erhöht sich auf 120 fps. Gut für Spiele, an sich auch für den Apple Pencil, aber davon kein Wort.

Die zweite Größe mit 6,5 Zoll Diagonale heißt iPhone Xs Max, klar, der Bildschirm ist ja größer als der der “Plus”-Modelle, erklärt Schiller. Wir wollen ja nicht besserwisserisch sein: Aber was, wenn Apple in ein paar Jahren noch größere Displays verbaut? Dann ist das Maximum von heute kein absolutes, sondern nur ein lokales und die Marketingabteilung bekommt Kopfweh …

Das XS soll bei der Soundwiedergabe ein weiteres Stereofeld aufspannen, ideal für Musikvideos und natürlich auch für Filmwiedergeabe, gerade auf dem großen Display. Die Gesichtserkennung soll dank besserer Sensoren und einer schnelleren Secure Enclave auch schneller geworden sein.

Den Chip nennt Apple wie erwartet A12 Bionic. Der wesentliche Durchbruch: Es handelt sich um den ersten 7nm-Chip. Die sechs Kerne teilen sich auf zwei schnelle High-Performance-Cores mit 40 Prozent besserer Leistung (gegenüber A11), die vier auf Effizienz getrimmten Kerne leisten das um die Hälfte besser. Die Neural Engine hat Apple von zwei auf acht Kerne aufgeblasen, die bis zu 5 Billionen Operationen pro Sekunde durchführen können. Bis zu 512 GB Speicher sind nun auch möglich – ein halbes Terabyte in der Hosentasche.

Neu erfunden hat Apple das iPhone X damit nicht und schon gleich gar nicht das Rad. Doch die Verbesserungen der Komponenten wie Bildschirm, Sensoren, Chip und Neural Engine bringen natürlich im Alltag Verbesserungen bei allen möglichen Anwendungen. CoreML soll etwa bis zu neunmal schneller arbeiten, aber weniger Energie verbrauchen. Auch rechenintensive Anwendungen rund um AR profitieren natürlich von der höheren Leistung. Mit iOS 12 kommen ja einige neue Optionen, wie etwa Apples eigene App “Maßband” und ARKit2.

Drei Entwickler bekommen noch die Gelegenheit, die neuen Möglichkeiten anhand ihrer Apps vorzustellen. Spiele wie “Elder Scrolls” werden natürlich noch eindrucksvoller und mit CoreML werden Anwendungen wie HomeCourt noch nützlicher. Die Anwendung hilft Basketballspielern dabei, ihre Technik zu verbessern. Das iPhone Ss verfolgt mit seinem Kamerasystem den Spieler beim Training und nimmt in Echtzeit sechs wichtige Parameter auf. So sollen diese lernen, den Korb besser zu treffen. AR und maschinelles Lernen treffen hier aufeinander.

Directive Games zeigt noch wie AR virtuelle Arcade-Maschinen zum Leben erweckt – und deren Spiele in eine dreidimensionale Umgebung ausbrechen lässt – schön! Aber das kratzt alles nur an der Oberfläche dessen, was AR leisten kann.

Phil Schiller erklärt auch noch die Neuerungen der Foto-Kamera auf der Rückseite. Weitwinkel- und Teleobjektiv haben nach wie vor 12 MP Auflösung, aber der CCD dahinter ist neu und bietet eine größere Fläche. Der ISP arbeitet nun mit der Neural Engine zusammen, vor allem Freistellungen sollen besser werden, ein neues Features namens Smart HDR benutzt mehrere Einzelbilder und baut daraus das Optimum zusammen. Belichtung, Weißabgleich, Fokus werden automatisch angepasst, bis zu einer Billion Operation erledigt der A12 Bionic für jedes Bild. Bokeh-Effekte gewinnen dadurch auch an Qualität: Die Verschwommenheit des Hintergrunds lässt sich nachträglich noch in der Foto-App anpassen.

Akku-Laufzeit: Apple verspricht 30 Minute längere Nutzung täglich im Vergleich zum iPhone X, das iPhone XS Max soll gar anderthalb Stunden länger durchhalten. Erstmals unterstützten die neuen Modelle Dual-SIM, dank eSIM und der Technik DSDS. Provider wehren sich noch ein wenig, doch Apple hat wohl ein gutes Dutzend überzeugt. In China wird es das Modell mit zwei SIM-Card-Slots geben, im Rest der Welt nur mit einem und eben der eSIM.

Umweltschutz
Also mehr vom selben und das revolutionäre Gerät aus de Vorjahr ist schon wieder Alteisen? Apple kennt die Kritik und schickt seine Umwelt-Beauftragte Lisa Jackson auf die Bühne, die nicht nur verspricht, dass Apple zu 100 Prozent mit regenerativer Energie betrieben wird, sondern die Produkte dazu gemacht sind, lange zu halten und sich gut recyclen lassen. Vor allem auf frisches Zinn kann man immer mehr verzichten, das Plastik wird zu einem guten Drittel aus biologischen Materialien produziert. iOS 12 sei zudem dazu dafür konzipiert, auch ältere Geräte wieder flotter zu machen, damit man sie länger verwenden kann. Apple nimmt gebrauchte Geräte kostenlos zurück und zerlegt sie mit Robotern wie Liam und Daisy in seine Einzelteile. Die neuen Geräte soll man nun auch so lange wie möglich verwenden können, aber was passiert, wenn Apple im Jahr 2019 noch bessere iPhone vorstellt? Immer mehr Kunden wollen jedes Jahr ein neues Modell. Immerhin geben sie dann meist das alte zurück in den Gebrauchtwarenhandel, ein iPhone ist gewiss kein Wegwerfprodukt.

One more iPhone
Zum Schluss geht es dann noch um das günstigere LCD-Modell, das all die neuen Technologien auch einer breiteren Kundschaft an die Hand geben soll: iPhone Xr. Aluminiumrahmen, Glasrückseite, diverse Farben inklusive rot für Product RED. Für das “fortschrittlichste LCD-Display in einem Smartphone” hat Apple auch gleich einen neuen Marketing-Begriff erfunden: Liquid Retina, mit einer Diagonale von 6.1 Zoll. Wide Color, True Tone, “iPhone-X-Erfahrung auf einem LCD-Display”. Haptic Touch anstatt 3D-Touch, aber die True-Depth-Kamera ist die gleiche. Ebenso der Chip: A12 Bionic. Die Kamera auf der Rückseite bietet zwar nur ein Objektiv, es handelt sich aber um die gleiche Technik wie in den OLED-Varianten. Sogar Porträt-Fotos sind mit dem einen Objektiv dank der Software möglich. Auch hier verlängert sich die Akkulaufzeit, um anderthalb Stunden im Vergleich zum iPhone 8 Plus. Mehr zum iPhone Xr lesen Sie hier.

Die Preise und Verfügbarkeit
Wie der Analyst Ming-Chi Kuo schon vor einigen Wochen gesagt hatte, kommt das LCD-iPhone etwas später. Vorbestellen kann man das iPhone XR erst ab dem 19. Oktober, eine Woche später gelangt es in den Handel, in Konfigurationen mit 64, 128 und 256 MB ab 849 Euro. Früher sind die neuen OLED-Modelle iPhone Xs ud iPHone Xs Max zu haben, bestellen kann man sie mit wahlweise 64, 256 und 512 GB ab 1149 respektive 1249 Euro ab diesem Freitag (14. September), ausgeliefert werden sie dann eine Woche später. Die finale Version von iOS 12 kommt am 17. September, macOS Mojave eine Woche später.

Alle Apple Modellen
Alle Apple Teilnummern ersetzen

USB-C vs. Lightning: Was die geeignete Schnittstelle ist

Ports erhöhen nicht gerade den Puls, aber sie sind ein wesentlicher Bestandteil von Smartphones und Laptops. Wir vergleichen die beiden wichtigsten Schnittstellen, die Apple derzeit anbietet.

Es ist mehrere Jahre und damit Gerätegenerationen her, dass Apple die altmodischen Anschlüsse von iPhones und iPads durch die kleinere Lightning-Variante ersetzt hat. Heute ist der Hauptkonkurrent von Lightning der USB-C-Anschluss, der von Android-Smartphones und der gesamten Technologiebranche bevorzugt wird.

Tatsächlich ist das Potenzial von USB-C so groß, dass es als einziger Port auf dem Macbook (ab Frühjahr 2015) und Macbook Pro (ab Herbst 2016) erscheint und die Frage aufwirft, ob wir dies auch auf iOS-Geräten sehen werden.

Welche Unterschiede bestehen also zwischen den beiden Bewerbern? Wir werfen einen Blick auf USB-C und Lightning, um zu sehen, wie sie sich zusammensetzen.

Wurden USB-C und Lightning beide von Apple entworfen?
Vor einigen Jahren kursierte die Geschichte, dass Apple beide Technologien entwickelt habe. Das ist nicht wirklich wahr. Während Apple am USB-C-Design arbeitete, kooperierten auch eine große Anzahl anderer Unternehmen – darunter Google, HP, Intel, Lenovo, Microsoft und Samsung – unter dem gemeinsamen Namen der USB 3.0 Promoter-Gruppe.

Gerüchten zufolge wurde Apple ungeduldig, da die Verabschiedung der Technologiestandards zu lange gedauert habe und entschied sich stattdessen dafür, mit Lightning seinen eigenen Weg zu gehen. Bisher hat dies dem Unternehmen gut gedient, da die proprietäre Natur von Lightning bedeutet, dass Zubehörfirmen es von Apple lizenzieren müssen, was einen zusätzlichen Einkommensstrom aus Lightning-Kopfhörern und dergleichen bietet.

Lightning gibt Apple auch die Freiheit, neue Funktionen zu implementieren, wann immer es will, ohne auf die Zustimmung anderer Parteien warten zu müssen. In Wahrheit scheint sich aber mit Lightning seit seiner Einführung im Jahr 2012 auf dem iPhone 5 nicht viel verändert zu haben.

Sind Stecker und Buchsen symmetrisch?
Das sind sie in der Tat. Eine der Freuden bei der Verwendung beider Arten von Steckverbindern besteht darin, dass Sie nicht mehr “falsch herum” wie im vorherigen USB-A-Design stecken können. So herum eingesteckt…. oh halt, nein, nein, das ist nicht richtig. Umgedreht…. ach, es passt auch nicht so. Zurück zur ersten Ausrichtung…. jetzt ist er drin. Was für eine Zauberei ist das?!

Es gibt geringfügige Unterschiede im Ansatz. Das Lightning-Kabel hat einen “männlichen” Stecker, was bedeutet, dass sich die Stifte auf dem Kabel selbst und nicht auf dem Port befinden.

Bei USB-C steht ein Stück auf dem Kabel heraus, aber der Stiftabschnitt befindet sich in der Buchse – die Stifte werden in die Öffnung am Kabelkopf gesteckt.

Das klingt ziemlich keck, aber im wirklichen Leben ist das Ergebnis, dass sich beide leicht einsetzen und entfernen lassen.

Ist USB-C schneller als Lightning?
Der eigentliche Unterschied zwischen den beiden Steckverbindungen liegt darin, was sie können und wie schnell sie es können. USB-C ist eigentlich nur der Stil von Stecker und Port, die eigentliche Stromversorgung kommt von der verwendeten USB-3.1-Technologie, die 100 Watt Leistung liefern kann und den Superspeed 10 Gbps Datenübertragungsrate erreicht. Es kann auch die volle DisplayPort A/V-Leistung mit bis zu 8K Auflösungen bei 60 Hz unterstützen. Außerdem ist es rückwärtskompatibel mit VGA, DVI, USB 2.0 und HDMI, sofern Sie die richtigen Adapter haben.

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So richten Sie Ihren neuen Computer richtig ein

Ein neuer PC oder ein neues Notebook sind zwar nach dem ersten Start grundsätzlich schon einsatzbereit. Mit den für Sie passenden Einstellungen stellen Sie aber zusätzlich sicher, dass Sie Ihren neuen Rechner lange und sicher nutzen können.

Überprüfen Sie zunächst, ob Ihr neuer Computer auch mit der aktuellen Windows-Version ausgestattet ist. Denn nicht jeder neue PC hat automatisch eine aktuelle Betriebssystemversion aufgespielt. Der Grund: Die Ware steht oft vergleichsweise lange im Lager und erhält nach seiner Fertigstellung keine Updates mehr.

Dazu verbinden Sie Ihren PC mit dem Internet. Danach klicken Sie auf das Windows-Symbol unten links und geben in die Suchleiste „Einstellungen“ ein. Wählen Sie im Einstellungsmenü „Update und Sicherheit“. Klicken Sie hier auf „Updates suchen“, um den Suchvorgang nach Windows-Aktualisierungen anzustoßen. Abhängig davon, wie lange das Gerät gelagert wurde, fehlen eventuell eine Reihe von Windows-Updates. Der Download kann eine Weile dauern. Entweder startet die Installation automatisch, oder Sie stoßen den Prozess manuell an, indem Sie auf „Update installieren“ klicken. Da in einem Aktualisierungsvorgang oft nicht alle Updates aufgespielt werden, wiederholen Sie den Prüfvorgang, bis Sie den Hinweis bekommen: „Das System ist auf aktuellem Stand“. Für die Zukunft müssen Sie sich übrigens keine Sorgen machen: Künftige Updates führt der PC automatisch durch.

Neben einem aktuellen Betriebssystem ist der gewohnte Bedienkomfort ein wichtiger Schritt, um sich schnell mit einem neuen Rechner anzufreunden. Dabei hilft es, Ihren bevorzugten Browser herunterzuladen. Ihre Lesezeichen, Passwörter und Formulardaten lassen sich in der Regel über die Cloud abrufen. Den Browser-Download führen Sie am besten über die offizielle Webseite des Browseranbieters aus. So verhindern Sie, dass Sie eine alte Version oder unerwünschte Schadsoftware erwischen.

Über Ihren Lieblingsbrowser erfolgt der nächste Schritt: das Aufspielen einer Security-Software. Das bietet sich an, obwohl Windows bereits einen kostenlosen Antiviren-Schutz integriert hat. Dieser eignet sich durchaus für alltäglichen Gebrauch, es fehlen ihm jedoch bestimmte Funktionen wie der Virenscan nach einem festgelegten Zeitplan.

In vielen Fällen sind auf neuen Computern Programme vorinstalliert, die Sie gar nicht nutzen möchten. Diese „Bloatware“ besteht meist aus Tools zur Foto- und Videobearbeitung oder Dateiexplorern oder Ähnlichem. Um die Software loszuwerden, die Ihnen nur unnötig Speicherplatz raubt, gibt es zwei Varianten: Deinstallation der Bloatware oder Windows 10 neu aufsetzen. Für erstere Möglichkeit stehen verschiedene, kostenlose Tools bereit. Wir empfehlen Geek Uninstaller. Das Tool listet alle installierten Programme auf und kann auch hartnäckige Software restlos vom System entfernen.

Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen und wirklich jedes Programm von Drittanbietern entfernt haben möchten, kommen Sie an einer Neuinstallation von Windows 10 nicht vorbei. Microsoft stellt die jeweils aktuelle Betriebssystem-Version ohne Bloatware zum Download zur Verfügung. Laden Sie die Version herunter und befolgen Sie die Anweisungen im Installationsassistenten. Nachteil: Ihre bereits installierte Software, wie der Browser oder Antivirenschutz, werden bei der Neuinstallation überschrieben. Sie müssen sie erneut aufspielen. Dafür ist diese Variante die effektivste, wenn auch etwas zeitaufwendiger.

Da Sie nun Ihren PC optimal eingerichtet haben, ist es der richtige Moment, ein Backup des frischen Systems zu erstellen. So können Sie diesen Zustand im Falle eines Systemdefekts erneut herstellen. Dabei können Sie mit einem recht speicheraufwendigen Klon arbeiten, der den Ist-Zustand inklusive aller Ordner und Programme auf einer externen Festplatte speichert. Diese Variante hat den Vorteil, dass Sie auf Ihr Backup relativ schnell zugreifen können.

Etwas umständlicher ist das Erstellen eines Images (Speicherabbilds), für das Sie eine weitere Software benötigen. Sie erstellt eine große Datei, in der ebenfalls die gesamten Informationen gespeichert werden. Das Einspielen des Images dauert im Vergleich zum Klon etwas länger.

Asus präsentiert neue ZenBook Convertibles

Asus stellt auf der IFA 2018 zwei 2-in-1-Notebooks in 13,3 Zoll und 15,6 Zoll vor. Die ZenBooks Flip 13 und 15 verfügen über NanoEdge-Displays mit extrem schmalen Einfassungen an allen vier Seiten. Das kompakte Design ermöglicht eine zehnprozentige Verkleinerung gegenüber den Vorgängermodellen.

Das innovative 360 Grad-ErgoLift-Scharnier ist stufenlos und hält das Display sicher in jedem Öffnungswinkel. Als Besonderheit ist bei der 13-Zoll-Version ein Dual-Funktions-Touchpad integriert. Im normalen Gebrauch ist es ein großes, glasüberzogenes Windows Precision Touchpad, welches sich mit Tippen auf das NumberPad-Symbol in einen LED-beleuchteten Ziffernblock verwandelt.

Für Leistung sorgen Intel Core Prozessor der achten Generation sowie eine diskrete Nvidia-Grafikkarte. Mit dem Pantone-geprüften NanoEdge-Display verspricht Asus eine besonders weite und immersive Darstellung der Bilder. Zwei USB-C-Anschlüsse und ein USB 2.0-Buchse sorgen für Erweiterung, das Audio-Tuning von Harman Kardon für optimierten Klang.

Die beiden ZenBook Flip 13 (UX362) und 15 (UX562) sollen ab dem vierten Quartal zu einem Verkaufspreis ab 1.399 Euro inklusive Steuern (Flip 13) verfügbar sein. Das Vorgänger-Modell des neuen Flip 15, “Asus ZenBook Flip UX561UD-E2026T”, kostet im HEK 1.500 Euro aufwärts (Quelle: ITscope). Erhältlich sind die Asus-Geräte unter anderem bei Ingram Micro und Also.

Wie Smartphones den Schlaf rauben

Die Arbeitswelt hat bei vielen längst auch einen festen Stellenwert im Privatleben. Insgesamt 84 Prozent der Berufstätigen sind außerhalb ihrer regulären Arbeitszeit für Kunden, Kollegen oder Vorgesetzte per Internet, Festnetzanschluss oder Handy erreichbar. Die Hälfte von ihnen sogar jederzeit, wie eine Umfrage des BKK Bundesverbandes zeigt.

Die Ergebnisse offenbaren auch, dass fast die Hälfte der Befragten (46 Prozent) keiner regulären 5-Tage-Woche nachgeht. Sie arbeiten auch an Samstagen, Sonn- und Feiertagen, im Schicht-, Nacht- oder Bereitschaftsdienst.

Jeder Zweite hat Schlafprobleme, 13 Prozent sogar fast jede Nacht. Häufigster Grund ist allgemeiner Stress, knapp gefolgt von beruflichem Stress und beruflicher Überforderung, dem Nicht-Abschalten-Können von der Arbeit sowie privaten Sorgen und familiären Problemen. 14 Prozent der Befragten bringt die ständige Erreichbarkeit für berufliche Belange um den Schlaf.

Vielarbeiter leiden oft
Betroffen von Schlafproblemen sind vor allem Vielarbeiter, die mehr als 50 Stunden in der Woche arbeiten, ergab die Umfrage. Jeder fünfte Befragte beschäftigt sich auch kurz vor dem Schlafengehen noch mit Beruflichem. Dann werden dienstliche E-Mails und SMS geprüft oder etwas für die Arbeit erledigt.

Treiben Sie Sport …
… und ziehen Sie Yoga und weitere Meditationsübungen in Betracht. Diese Übungen sind die besten Mittel gegen Stress und tragen dazu bei, Stressgefühle abzubauen. Ganz abgesehen vom gesundheitlichen Nutzen dienen die Trainings auch dazu, den Stress besser zu managen.

Wer sich einen ruhigen Schlaf wünscht und abends auch mal abschalten möchte, sollte das lieber vermeiden. Der BKK Bundesverband rät, die Geräte nach einem langen Arbeitstag zumindest rechtzeitig vor dem Schlafengehen auszuschalten, damit man im wahrsten Sinne des Wortes abschalten kann. Wer auch dann noch Schlafprobleme hat, kann von Entspannungstechniken profitieren.

So sind ITler betroffen
Wie sehr IT-Experten von Schlafproblemen betroffen sind, zeigt eine Studie von Forschern der indischen Universität Mysore. Bei 35 Prozent der 91 IT-Techniker eines untersuchten Unternehmens stellten sie leichte, bei 21 Prozent schwere chronische Schlafprobleme fest, berichten die Wissenschaftler in der Zeitschrift “Applied Research in Quality of Life”.

Forscher an der Universität Duisburg sagen Ähnliches über den Gesundheitszustand in der IT-Branche in Deutschland, schreibt unsere Schwesterpublikation Channelpartner. Insgesamt 54 Prozent der hoch beanspruchten IT-Techniker schlafen laut der deutschen Studie schlecht. Schlafprobleme treten damit häufiger auf als Rückenschmerzen (46 Prozent), Konzentrationsstörungen (45 Prozent), Magenleiden (35 Prozent) und Tinnitus (30 Prozent).

Das erholsame Schläfchen
Kurze Ruhepausen können im Arbeitsalltag helfen, so machen toten Punkt zu überstehen. Der Online-Shop perfekt-schlafen.de verrät zehn Tipps und Fakten rund um die erholsamen Schläfchen zwischendurch.

Bei weniger beanspruchten IT-Technikern hat jeder fünfte Schlafstörungen; Rücken- und Konzentrationsprobleme kommen gleich oft vor. Insgesamt fühlt sich jeder Vierte an jedem Morgen müde und zerschlagen, jeder Dritte denkt ständig, er werde die Arbeit auf Dauer nicht durchhalten, und 40 Prozent fühlen sich jeden Tag bei Arbeitsende verbraucht. Verantwortlich für den Zustand der ITler machen die Forscher Stress.

Für die Untersuchung zum Zusammenhang zwischen Arbeitsbelastung und Schlaf hat das Marktforschungsinstitut Kantar Health in einer EMNID Cati Bus Umfrage 2.322 Berufstätige im Alter zwischen 18 und 65 Jahren befragt. Auftraggeber ist der BKK Bundesverband. Das Institut für Arbeit und Qualifikation IAQ der Universität Duisburg befragte für seine Untersuchungen zum Gesundheitszustand in der IT-Branche 331 ITler.

Warum iPhones wertstabiler als Edel-Androide sind

iPhone-Fans behaupten oft, iPhones wären preisstabiler als Android-Smartphones und was man beim Kauf drauflege, erhalte man beim Verkauf wieder zurück. Android-Fans hören das nicht gerne. Sieht man sich den Wertverfall ehemals hochpreisiger Android-Modelle, kann dieser aber schon mal bei 70 Prozent liegen. Dafür gibt es mehrere Gründe, an denen auch die Hersteller von Android-Smartphones nicht schuldlos sind.

Letztes Jahr veröffentlichte Apple mit dem iPhone X das erste iPhone, das schon in der Einstiegsversion über 1000 Euro kostete. Dafür wurde Apple in Foren und Medien stark kritisiert. Allerdings war Apple damit Ende 2017 nicht allein, auch Samsung, LG, Google und Essential veröffentlichten Android-Smartphones der Hochpreis-Kategorie wie S8, Pixel 2 und LG V30. Der Grund für diesen Trend: Die teuren Flagschiffe werden für die Hersteller von Smartphones immer wichtiger, da in vielen Ländern der Markt für Smartphones gesättigt ist. Profite und Umsatzgewinne kann man da fast nur noch mit hochpreisigen Modellen machen. 200-Euro Geräte sind zwar für viele Kunden völlig ausreichend, für einen Smartphone-Hersteller aus den USA oder Korea aber eigentlich ein Verlustgeschäft. Allesamt waren die „iPhone-X-Killer“ etwas günstiger als Apples Top-iPhone, allerdings könnten die Käufer im Nachhinein das schlechtere Geschäft gemacht haben. Grund dafür ist der höhere Wertverlust der gekauften Edel-Androiden, der sich nicht leugnen lässt.

Ein iPhone bleibt auch nach einem Jahr Nutzung noch relativ wertvoll: Verkauft man aktuell sein einjähriges iPhone X bei einem Aufkaufdienst wie Wirkaufens oder Flip4New, erhält man immer noch knapp 780 Euro dafür. Eine „Schwacke-Liste“ für Smartphones gibt es leider nicht, um den Restwert schnell zu schätzen ist aber eine Ankaufseite wie „Wirkaufens.de“ und Flip4new ein guter Maßstab. Per Ebay erzielt man allerdings meist etwas höhere Preise.

Ein iPhone X ist immer noch begehrt: Das für 1149 erworbene iPhone X ist dem Ankaufdienst Flip4new immerhin 785,94 Euro wert. Es hat also etwa ein Drittel an Wert verloren. Tapfer müssen dagegen die Käufer eines Edel-Smartphones von LG sein: Hat man letzten November ein LG V30 gekauft, zahlte man damals noch 899 Euro. Nicht mal ein Jahr später bietet die Seite Flip4new beim Ankauf allerdings nur noch 280,48 Euro an – trotz dem Zustand „Wie neu“ ist es also nur noch ein Drittel wert. Wertstabiler ist das beliebte Samsung S9. 849 Euro zahlte man bei Erscheinen für das Top-Android-Gerät, jetzt gibt es immerhin noch 435,67 Euro oder knapp die Hälfte dafür. Allerdings erschien es auch erst vor einem halben Jahr, für den Vorgänger S8 gibt es noch knapp 320 Euro.

Beim Kauf eines teuren Android-Smartphones kann man also vielleicht beim Kauf einige hundert Euro „sparen“, zahlt aber beim Wertverlust ziemlich drauf. Unter iPhone-Kunden ist dies zu Recht ein gutes Argument.

Warum ist der Wertverlust so hoch?
Die Ursache dafür ist nach unserer Einschätzung eigentlich nur begrenzt überlegene Technik oder bessere Verarbeitung: Der erste Grund ist Apples strikte Preiskontrolle – es gibt keinen rapiden Preisverfall bei aktuellen iPhones. Vor allem der Apple Store wirkt da wohl sehr stabilisierend. Anderen Herstellern gelingt es im Unterschied aber kaum, die Preise stabil zu halten. Schon nach wenigen Monaten setzt bei einem Android-Smartphone ein starker Preisverfall ein, der bei einem iPhone nicht eintritt. Ein iPhone X kostet ja im Apple Store weiterhin 1149 Euro und der „Straßenpreis“ liegt immer noch bei knapp 990 Euro. Auch das Edel-Smartphone von Essential konnte seinen hohen Einstiegspreis von 699 Dollar nicht halten, vor kurzem war es bei Amazon.com sogar für 250 Dollar im Angebot.

Das wirkt sich direkt auf den Gebrauchtpreis aus: Beim Weiterverkauf eines gebrauchten Smartphones ist für den Käufer ja nicht der damalige Kaufpreis der Verkäufers, sondern der aktuelle Ladenpreis relevant. Und ein nagelneues V30 von LG bekommt man mittlerweile für 450 Euro, ein neues S8 für 600 Euro.

Strategisch geschickter ist Apple außerdem bei der Produktpolitik: Die Android-Hersteller haben kürzere Produktzyklen als Apple und oft eine verwirrende Produktpolitik mit zahlreichen Modellen.

Eine echte Ausnahme ist allerdings Google mit seinen Pixel-Smartphones. Das für 899 Euro vorgestellte Pixel 2 kostet im Fachhandel immer noch knapp 700 Euro. Offensichtlich setzt Google auf eine ähnliche Preispolitik wie Apple und gewährt dem Handel so gut wie keine Rabatte. Allerdings ist das Pixel für Google eher ein Image- als ein Verkaufs-Erfolg, wie mäßige Verkaufszahlen zeigen. Und auch der Gebrauchtpreis ist mäßig: Für ein einwandfreies Pixel 2 will uns etwa Flip4New nur 332 Euro zahlen…

Relativ wertstabil ist natürlich auch das Segment der Billig-Smartphones: Ein Xiaomi Redmi 6, das aktuell 175 Euro kostet, wird auch in einem Jahr nicht viel billiger sein. Allerdings handelt es sich da um eine Preiskategorie, bei der ein Käufer arge Konzessionen an Leistung und Qualität machen muss.

Und wenn ich das Smartphone lange nutze?
Macht nichts, sagen sich jetzt manche Kunden. Der Wertverlust ist ja irrelevant, wenn man sein Smartphone mehrere Jahre nutzt und danach an ein Familienmitglied verschenkt. Außerdem kann man ja einfach ein halbes Jahr warten und den Edel-Android zum Schnäppchenpreis kaufen?

Das ist aber etwas zu kurz gedacht: Viele Smartphone-Hersteller haben einen sehr schlechten Ruf, was die Versorgung mit Updates betrifft und ein Android-Smartphone sollte zumindest Sicherheitsupdates aufspielen können – auch das der Ehefrau. Vor allem der Hersteller LG erntete deshalb vor kurzem Kritik von der Stiftung Warentest, da der renommierte koreanische Hersteller überraschend schnell die Versorgung mit Updates einstellt. Uns nebenbei ist diese Update-Problematik der zweite wichtige Grund für den schnellen Wertverlust von Android-Handys.

Relativ lange versorgt nur Google seine Kunden mit Updates, ist dabei aber eher die Ausnahme von der Regel, auch Samsung schaffte es in der Rangliste der Stiftung nur auf den fünften Platz. Hier kann Apple wieder punkten, werden doch iPhones sehr lange mit Updates und aktuellen Systemversionen versorgt. Nebenbei hat man bei einem alten Android schnell Probleme, an Ersatzteile zu kommen oder einen Reparaturdienstleister zu finden – ganz anders beim Großserienprodukt iPhone, ein Ersatz-Akku oder -Display selbst für betagten iPhones 4S oder 5S ist kein Problem.

Fazit: Vor allem im Segment der Edel-Smartphones kann Apple mit geringem Wertverlust punkten. Dafür gibt es viele Gründe wie Preisstabilität, gute Update-Versorgung und eine klare Produktpolitik. Ein Risiko sollte man dabei aber nicht vergessen: Ohne etwas Vorsicht und eine gute Schutzhülle kann es mit dem tollen Restwert des Edel-iPhones schnell vorbei sein. (Macwelt)