Das Erfassen einer kompletten Webseite stellt für Nutzer seit Langem eine technische Herausforderung dar. Im Gegensatz zu herkömmlichen Screenshots, die nur den sichtbaren Bereich des Bildschirms aufnehmen, erfordert die Aufnahme einer vollständigen Seite plattformspezifische Werkzeuge und Methoden, die auf das jeweilige Gerät und den verwendeten Browser abgestimmt sind.

Mozilla Firefox bietet eine der umfassendsten Lösungen für Ganzseiten-Screenshots. Unter Windows und Linux lässt sich die Funktion mit Strg + Umschalt + S, unter macOS mit Command + Umschalt + S aktivieren. Sie ist außerdem über das Rechtsklick-Menü oder eine anpassbare Symbolleiste verfügbar und stellt vier Modi bereit: benutzerdefinierter Bereich, automatische Elementauswahl, gesamte Seite und sichtbarer Bereich.
Firefox verwendet zudem ein strukturiertes Benennungsschema – Screenshot JJJJ-MM-TT SS-MM-SS Seitentitel.png – was die Dateiorganisation erleichtert, insbesondere bei umfangreichen Tests. Screenshots können als PNG-Dateien gespeichert oder mit Strg+S bzw. Command+S direkt in die Zwischenablage kopiert werden.
Microsoft Edge verfolgt mit seinem Tool Web erfassen einen anderen Ansatz, das in den Darstellungseinstellungen aktiviert werden kann. Diese Funktion bewahrt während der Aufnahme auch dynamische Inhalte wie GIFs oder animierte Elemente.
Seit der Veröffentlichung von iOS 13 im September 2019 hat Apple die Screenshot-Funktionen deutlich verbessert. Die Methode für einen normalen Screenshot hängt vom jeweiligen Gerät ab:
Diese Umstellung entspricht Apples schrittweiser Abkehr von physischen Home-Tasten.
Die Option Ganze Seite gehört zu den nützlichsten Erweiterungen in Safari. Nach dem Erstellen eines normalen Screenshots erscheint unten links eine Vorschau, in der Nutzer zum Tab Ganze Seite wechseln können. Dadurch wird die komplette Webseite als PDF erfasst und die Einschränkungen klassischer Screenshots werden umgangen. Die Datei kann anschließend entweder als Bild in der Fotos-App oder als PDF in der Dateien-App gespeichert werden.
iPad Modelle folgen ähnlichen Prinzipien, wobei sich die Tastenkombinationen je nach Generation unterscheiden. Modelle mit Touch ID verwenden in der Regel die obere Taste und die Home-Taste – mit Ausnahme des iPad mini der sechsten Generation sowie des iPad Air der vierten und fünften Generation, bei denen Touch ID in die obere Taste integriert ist. Diese Unterschiede spiegeln Apples sich weiterentwickelndes Hardwaredesign seit 2018 wider.
AssistiveTouch bietet eine barrierefreie Alternative für Nutzer, die diese benötigen. Über Einstellungen > Bedienungshilfen > Tippen > AssistiveTouch lassen sich Screenshot-Aktionen zum Bildschirmmenü hinzufügen. Ebenso ermöglicht Back Tap, die Rückseite des Geräts als programmierbare Eingabefläche zu nutzen, sodass Screenshots je nach persönlicher Vorliebe durch ein doppeltes oder dreifaches Tippen ausgelöst werden können.
2026-02-09 23:08:19